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Druckverteilung

Unerklärliche Lahmheiten, Widersetzlichkeiten, Rückenschmerzen - Satteldruck hat viele unterschiedliche Gesichter!

Man kann also ohne Zweifel behaupten, dass die Druckverteilung ein wesentliches Element bei der Entwicklung, Anpassung und Beurteilung eines Sattels ist.

Entscheidend für eine gleichmäßige Verteilung des Reitergewichts eine großzügige und passende Auflagefläche der Kissen. Beim konventionellen Baumsattel mit starrem Sattelbaum muss der Schwung des Baumes genau zur Rückenlinie passen. Das klappt nur bedingt, weil sich diese Linie beim Arbeiten unter dem Sattel ändert.

Der Lederbaum ist flexibel und passt sich während der Arbeit an das Pferd an. Dadurch werden Druckpunkte, wie sie ein starrer Sattelbaum verursacht, wirkungsvoll vermieden.

Zugleich ist der Lederbaum aber stabil genug, um eine Druckspitze unterhalb der Steigbügelaufhängung sicher zu vermeiden, wenn der Sattel richtig angepasst ist.

Es gibt verschiedene Methoden, um die Druckverteilung zu überprüfen. Beliebt, weil günstig und einfach selbst durchführbar ist das Carola-Pad.

Eine genauere Bewertung erlaubt die Thermografie. Sie zeigt auf, ob bestimmte Bereiche stärkeren Druck erhält als andere Bereiche.

Lederbaumsattel - Beispiele

Der Lederbaum kombiniert mit zum Pferd passenden und richtig positionierten Klettkissen sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Drucks. Die Klettkissen liegen überall flächig auf und führen so zu einer gleichförmigen Temperaturmessung mit der Wärmebildkamera.

In den Thermografienaufnahmen zeigen die gleichmäßig weißen Flächen die hervorragende Druckverteilung.

Gut zu erkennen ist außerdem die rote Fläche direkt am Widerrist. Sie zeigt an, dass der Sattel dort weniger Druck aufbringt und so dem Widerrist genügend Platz für die seitliche Bewegung lässt.

Sättelbäume aus Holz, Stahl, Carbon oder Kunststoff haben eins gemeinsam: Sie sind starr. Sie sind damit nicht in der Lage, sich dem dreidimensional beweglichen System "Pferderücken" anzupassen.

Thermografieaufnahmen belegen, wie ungleichmäßig das Gewicht durch viel zu viele Sättel verteilt wird.

Das erste Beispiel zeigt einen Sattel, der im hinteren Teil deutlich mehr belastet wird als vorne (dunkelrot mit weißen Stellen, vorne gelb). Auf der rechten Seite (im Bild oben links) kommt mehr Druck weiter vorne in der Kammer an als links. Dafür ist links der Druck hinten stärker.

Vermutlich rutscht der Sattel leicht nach links und hat einen nach hinten verschobenen Schwerpunkt.

Im zweiten Beispiel findet sich ein großer Teil des Druckes unter dem Reiter. Die gelben Stellen zeigen punktuelle Entlastungen, die kleinen weißen Flächen Hotspots mit starkem Druck.

Das dritte Beispiel zeigt wiederum einen sehr einseitig belasteten Sattel. Außerdem sind die Kissen sehr schmal, was die Auflagefläche sehr klein macht. Den größten Druck erfährt das Pferd bei diesem Sattel hinten rechts.

Bei unserem vierten Beispiel entsteht der meiste Druck im vorderen Bereich der Kissen. Außerdem zeigen die beiden weißen Linien entlang des Wirbelkanals einen Druck entlang der Wirbelsäule an - schmerzhaft fürs Pferd und unbedingt zu vermeiden!

Die weißen Stellen an den Schweißblättern weisen außerdem auf ein hohes Maß an Druck oder Reibung unter dem Reiterbein hin.

Sättel mit starrem Sattelbaum - Beispiele